Wenn das Wasser im Rhein gold’ner Wein wär, ja, dann möchte ich so gern ein Fischlein sein.
Rheinisches Volkslied

Cranberry-Met - Honigmet trifft auf säuerlich-süßen Cranberrywein

Cranberries an StrauchFür deinen bestellten Cranberry-Met verwendet der Wankende Bär nur von ihm ausgelesene Cranberrys. Aber warum heißen Cranberrys eigentlich Cranberrys? Nun, die eigentliche deutsche Bezeichnung wäre großfrüchtige Moosbeere, jedoch ist sie vor allem unter der englischen Bezeichnung „cranberry“ in Deutschland bekannt. Diese Bezeichnung leitet sich aus crane berries („Kranichbeeren“) ab, da die Blüten den ersten europäischen Einwanderer Amerikas an einen Kranichschnabel erinnerten. Sie ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Heidelbeeren in der Familie der Heidekrautgewächse. Tatsächlich sind etwa 130 Sorten der Kranbeere bekannt, teils mit dunkelrot bis schwarz gefärbten Früchten! Die großfrüchtigen Moosbeeren sind in Europa, Asien und Nordamerika heimisch, wobei die amerikanische Kranbeere robuster und weniger rund ist als die eurasisch-nordamerikanische gewöhnliche Moosbeere. Die amerikanische Kranbeere wird in den USA, vor allem in Neuengland, großflächig angebaut und vermarktet. Sie zählt dort zu einem unverzichtbaren Bestandteil eines bestimmten Menüs. Und zwar dem Thanksgiving-Menü, welches dort zu einem der größten Feiertage gekocht wird! In Deutschland findet sich die Cranberry häufig unter dem irreführenden Namen „Kulturpreiselbeere“ im Handel, schmeckt aber deutlich anders als Preiselbeeren. Sie ist herb und sehr sauer. Genau diese säuerlich-süße Frische möchte der bäriger Met Händler deiner Region in diesen Met widerspiegeln. Deswegen hat der Wankende Bär extra dafür hinter seiner Hütte, in einer selbst angelegten Vertiefung in der Erde, ein riesiges Cranberry-Feld angelegt. 

Biene an BlüteDu fragst dich, wie genau dieses rasenartige Feld eigentlich aussieht? Nun, die Kranbeere ist ein immergrüner Zwergstrauch, der etwa 10 bis 20 cm hoch wächst und sich mit niederliegenden Zweigen etwa 0,5 bis 1,5 Meter am Boden kriechend ausbreitet. Die älteren Abschnitte der Zweige liegen auf dem Boden und bewurzeln sich auf ganzer Länge, wobei wiederum die Enden der Zweige sich aufrecht stellen. Jene Laubblätter sind ledrig-dicklich, immergrün, 0,9 bis 1,9 cm lang, schmal-eiförmig bis elliptisch und abgerundet. Die nickenden langstieligen Blüten sind weiß bis leicht rosarötlich. Die glatten, vielsamigen und eiförmigen bis rundlichen Beeren mit Kelchresten an der Spitze, sind in der Größe vergleichbar mit kleineren Kirschen. Sie sind etwa 10 bis 25 Millimeter groß. Für deinen Met verwendet der Wankende Bär nur die perfekt gereiften Früchte. Diese erkennt er sehr leicht an ihrem leuchtenden Rot. Natürlich pflückt er die für dich ausgewählten Beeren nicht alle per Pranke von den Sträuchern. Das würde viel zu lange dauern! Der Wankende Bär benutzt für die Ernte einen kleinen Trick. Die reifen Cranberry besitzen vier Luftkammern im Inneren, dadurch sind sie wesentlich leichter als Wasser. Von seiner klaren Quelle holt der Wankende Bär mehrere Fässer voll Wasser und kippt sie in die Vertiefung. Somit wird das Feld mit Wasser geflutet und die reifen Cranberrys schweben einzeln nach oben an die Wasseroberfläche. Die schwimmenden Früchte müssen nur noch eingesammelt werden. Und keine Sorge, das Feld wird nicht lange unter Wasser stehen. Der Wankende Bär hat daran gedacht, einen kleinen Abfluss einzubauen. Dieser muss nur noch geöffnet werden und das Wasser fließt schnurstracks in einen angrenzenden See. Mit einem Korb voller leuchtend roter Cranberrys macht er sich auf in Richtung seiner kleinen schwarz-gelb gestreiften Freunden.



Sprich, zu den fleißigen Bienchen, die den Honig für deinen bestellten Met herstellen. Sie schwirren von Blume zu Blume und sammeln mit ihrem Rüssel zuckerhaltigen Blütennektar und Honigtau. Damit dieser sicher den Flug nach Hause übersteht, lagern sie Nektar und Tau in ihrem sogenannten Honigmagen. Hört sich jetzt etwas komisch an, ist jedoch ein sehr wichtiger Zwischenschritt. Dabei werden dem Nektar körpereigene Enzyme beigemischt, welche den Honig später so wertvoll machen. Im Bienenstock angekommen, übergeben die Sammelbienen den unfertigen Honig aus ihrer Honigblase an Stockbienen. Gleichzeitig verdunstet dabei schon ein Teil des Wassers, der im Nektar steckt. Die süße Masse wird von den Arbeiterbienen in den offenen Waben eingelagert. Ist der Wassergehalt im Honig auf 20 % oder weniger gesunken, verschließen die Arbeiterinnen die Waben mit Wachs, welches sie im Körper produzieren. Nun muss der Met Händler nur noch den Honig vorsichtig herausschleudern und in ein Gefäß abfüllen. Die summenden Freunde geben dem Wankenden Bären immer etwas von ihrem süßen Honig als Dankeschön ab, da er ihnen geholfen hat, ihre Bienenstöcke sicher aufzubauen. Mit dem Cranberrykorb und dem Honiggefäß unter beiden Armen verabschiedet sich der Wankende Bär von den Bienen und kehrt in seine Hütte zurück. 

Honig in GlasDort angekommen zerquetscht er die Cranberrys zu einem roten Saft, mischt diesen mit Wasser sowie Zucker und lässt ihn so lange stehen, bis daraus homogener Sirup entsteht. Daraus filtert er gründlich alle Arten von Unreinheiten und gibt die gefilterte Masse zur Infusion. Später wird der Wein in seinen Keller überführt und wieder etwas stehen gelassen. In der Zwischenzeit kümmert sich dein bäriger Freund um den Honigwein. Der Honig wird mit klarem Wasser und Reinzuchthefe vermengt. Das Gemisch wird durch einen relativ langen Gärungsprozess und unter ständiger Beobachtung zum bekannten Honigwein. Erfolgreich den Cranberry- und Honigwein hergestellt, trifft er die beiden Flüssigkeiten. Gut verrührt, füllt er das Gemisch in die zuvor bereit gestellte Flasche ab. Freudig schaut er auf den leuchtend roten Inhalt der Flasche. Er kann es kaum erwarten, dass du von seinem Cranberry-Met kosten kannst!

Nun trink! Was in der Menschenwelt als göttlich sich erweist, die Freiheit ist dem Rausch gesellt.
Friedrich Hornfeck (1822-1882)