Volle Hörner hoben sie des herrlichen Mets aus des guten Gottes Brunnen.
Die Edda, Kapitel 327

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Pyramide in YucatanVor einiger Zeit begab sich der Wankende Bär auf eine Reise nach Mexico, um sich kulturell weiterzubilden und Inspiration für neue Metsorten zu sammeln. Auf den Spuren der Mayas im Regenwald der Halbinsel Yucatán stieß er auf einige Bienenvölker, deren Honig er probierte. Dieser golden bis bernsteinfarbene Honig schmeckte außergewöhnlich floral, fruchtig und sanft, mit einer subtilen Säure, die das Geschmackserlebnis vollendete. Ein solch ungewöhnlicher und betörend schmackhafter Honig war dem Wanken Bären bisher noch nie untergekommen und er beschloss auf dessen Basis eine neue Metsorte zu kreieren.

Um mehr über die Insel, aber auch die Herstellung dieses Honigs zu erfahren, machte der Wankende Bär sich auf die Suche nach den Imkern. Diese stellten sich als die indigenen Nachfahren der Mayas heraus, welche ihn auch gerne ein wenig im Regenwald umherführten, um ihm alte Mayaruinen und die berühmten Maya-Ruinenstädte Chichén und Uxmal zu zeigen. Bei ihren kleinen Reisen erfuhr der Bär, dass die Insel in der Sprache der Maya Mayab hieß, was so viel wie „Land der Maya“ bedeutete. Auf den Wanderungen unterhielt sich die Truppe jedoch überwiegend über Bienen und die Herstellung und Weiterverarbeitung von Honig. Man erklärte dem Bären, dass der sogenannte Melipona-Honig (auch bekannt als Maya-Honig oder Yucatán-Honig) von den Melipona (von den Maya Xunan-Kab genannt) stammt – einer Gattung, beziehungsweise eines Tribus der Stachellosen Bienen (Meliponini). Die Tierchen bilden ihre Stämme meist in Baumhöhlen, beziehungsweise Baumstümpfen und sammeln den Nektar für ihren Honig von über 800 unterschiedlichen Blütenarten, weshalb dieser Honig auch einen solchen blumigen und aromatischen Geschmack bietet. Weiterhin für den so außergewöhnlichen Geschmack verantwortlich, ist die Tatsache, dass die Melipona in der Lage sind, wesentlich mehr der nahrhaften Eigenschaften der Blüten aufzunehmen als andere Bienengattungen, weshalb dieser Honig auch mehr Frucht- als Traubenzucker enthält. Darüber hinaus sind auch mehr antioxidative und entzündungshemmende Eigenschaften geboten als bei anderen Honigen. Mittlerweile ist die Melipona aufgrund der zunehmenden Abholzung der Wälder und des Klimawandels jedoch leider vom Ausserben bedroht.

In der Kultur der Mayas war Honig ein nahezu heiliges Gut, weshalb sie bereits seit Anbeginn ihrer Kultur Bienenvölker kultivierten, um Honig und Wachs zu erhalten. Der Honig wurde vor allem als Heilungs- und Süßungsmittel verwendet, aber auch in Zeremonien fand er Anwendung. Beispielsweise beschmierten Mayapriester vor Zeremonien ihre Lippen mit Honig und es wurden Abbilder der Mayagötter aus einer Mischung aus Maismehl und Honig geformt, welche dann feierlich verzehrt wurden.

Am Ende seiner Rundreise traf der Wankende Bär ein schlussendlich ein Abkommen mit einigen der eingeborenen Imker: Sie liefern ihm eine gewisse Menge ihres vollmundigen Honigs, im Ausgleich erhalten Sie eine große Charge des Blütennektar-Metweins, sobald dieser fertig ist.

Biene auf Ast sitzendBis der Wankende Bär letzten Endes den Honig für sein Met-Getränk erhält, ist es jedoch noch ein langer Weg, denn erst müssen die stachellosen Bienen ausreichend Nektar für ihren Honig sammeln und die Melipona-Bienen stellen im Vergleich zur westlichen Honigbiene nur einen Bruchteil des Honigs her. Ebenso wie unsere europäischen Bienen summen sie hierfür den lieben langen Tag umher und steuern die Pflanzenblüten der Yucatán-Insel an, um hier den Rohstoff für ihren vorzüglichen Honig zu sammeln. Hierfür „ernten“ die Melipona pro Ausflug etwa 100 Blüten, bis sie zu ihrem Bienenstock zurückkehren, um den Nektar abzugeben und erneut loszufliegen.

Etwa 10 dieser Touren macht eine der Bienen pro Tag und steuert somit täglich etwa 1000 Blüten an. Hat die Melipona den Pflanzensaft durch ihren Rüssel aufgesaugt, gelangt der Nektar schließlich in den Honigmagen, beziehungsweise die Honigblase des Tierchens. Bereits hier wird schon mit der Umwandlung in Honig begonnen, denn über ihren Honigmagen führt die Biene dem zuckerhaltigen Saft bereits Eiweiße, Säuren und Enzyme, wie unter anderem Glucosidasen und Amylasen zu. Die Amylasen spalten langkettige Kohlenhydrate in kurzkettige auf, welche dann wiederum durch die Glucosidasen in Glucose (Traubenzucker) und Fructose (Fruchtzucker) aufgespalten werden. Im Falle der Melipona entsteht hierbei wesentlich mehr Fruchtzucker als Traubenzucker, was auch einer der Gründe für den besonderen Geschmack des Honigs ist. Somit ist der Blütensaft bereits in eine unreife Frühform von Honig umgewandelt, bevor die Biene ihren Stock überhaupt erreicht hat.

Fließender Honig vor schwarzem HintergrundIm Bienenstock angekommen, gibt die Sammelbiene ihr Erzeugnis an die Stockbienen weiter. Diese tragen den Rohhonig dann im Stock mehrfach um, wobei die Bienen die Flüssigkeit untereinander mehrfach weitergeben, und dieser immer wieder Enzyme und andere bieneneigene Stoffe zuführen, die die Entstehung von Honig begünstigen. Darüber hinaus wird dem künftigen Honig hierbei auch Flüssigkeit entzogen und es entstehen Inhibine, die das Wachstum von Bakterien und Hefen unterbinden. Damit aus der zuckrigen Flüssigkeit letzten Endes richtiger, unverderblicher Honig wird, muss diese jedoch weiter eingedickt werden. Hierfür lassen die Tierchen den Saft mehrfach über ihren Rüssel ab und saugen ihn wieder ein, wodurch der Flüssigkeitsgehalt vermindert wird. Ist dieser bei ungefähr 35 %, kann der noch unreife Honig in den Wabenzellen des Bienenstocks ausgebreitet werden. Hier verdunstet das enthaltene Wasser weiterhin, was mithilfe von zugefächelter Luft über die Flügel der Tierchen zusätzlich begünstigt wird. Ist ein Flüssigkeitsgehalt von etwa 20 % erreicht, ist der Honig fertig und wird eingelagert.

Nun kann der Honig an den Wankenden Bären weitergegeben werden, welcher daraus dann für die Wikinger Met herstellt und auch für die Eingeborenen der Yucatán-Insel und auch alle anderen Menschen, die Met, Honig und Wein zu schätzen wissen.

Zur Herstellung von diesem reinen Met mit Honig, vermengt der Bär diesen mit etwas Wasser und erhitzt das Gemisch, wodurch möglicherweise enthaltene Fremdhefen abgetötet werden. Hiernach werden dem ganzen Hefenährsalze und kaltes Bergquellwasser zugegeben. Wenn die Temperatur des künftigen Weins ausreichend gering ist, wird diesem die gärfreudige Reinzuchthefe zugeführt und alles wird noch einmal ordentlich vermengt. Ist dies getan, wird der Gärbehälter zur Gärung verschlossen. Nach ungefähr 3 Wochen ist der Honigwein schlussendlich fertig und es ist Zeit für eine Kostprobe. Selbstverständlich besteht der Blütennektar-Met mit dem vorzüglichen Maya-Honig die Probe mit Bravour. Nun ist es an der Zeit zum Abfüllen in Flaschen, damit die Menschen den Met bestellen können, denn schließlich ist der Wankende Bär ein Honigwein Met Händler.

Wenn das Wasser im Rhein gold’ner Wein wär, ja, dann möchte ich so gern ein Fischlein sein.
Rheinisches Volkslied