blütenreiner Eukalyptus-Met - Honigwein aus Eukalyptusblüten Honig

Biene auf EukalyptusblüteEines Tages - der Wankende Bär befand sich auf Weltreise und suchte nach Inspiration für neue, wohlschmeckende Metsorten - entdeckte der Bär an der australischen Ostküste einige Koalas, die sich - wie üblich - in Eukalyptusbäumen aufhielten und gemächlich ihre Blätter fraßen. Hier und da hörte er das Summen von Bienen. Als er dann die hübschen Eukalyptusblüten begutachtete, entdeckte er die australischen Artgenossen seiner kleinen Freunde, die munter Nektar für ihren Honig sammelten. Bei dem intensiven Duft des Eukalyptus und dem Anblick der Bienen kam ihm schließlich die Eingebung, seinen Met einmal aus Eukalyptushonig herzustellen. Die würzig-minzige Frische des Eukalyptus könnte einen durchaus interessanten und schmackhaften Kontrast zur üblichen Süße des Honigs im Metwein bilden. 

Nach seiner Reise - der Bär hatte sich einige Gläser des Honigs aus Australien mitgenommen - braute der Bär probehalber einige Flaschen des Mets aus Eukalyptusblütenhonig und befand ihn für vorzüglich. So kam es, dass er begann, seinen Zauberwald um ein Areal aus Eukalyptusbäumen zu erweitern, welches die Bienen alsbald willkommen heißen.

Eukalypten sind schnell wachsende, meist hohe, immergrüne Bäume oder Sträucher in der Familie der Myrtengewächse. Das größte lebende Exemplar der Gattung ist knapp 100 m hoch, damit etwas größer als der Big Ben, ist der zweithöchste lebende Baum und trägt den Namen Centurion. In den australischen Wäldern gab es im 19. Jahrhundert sogar noch größere Exemplare. 

Die Eukalypten sind fast ausschließlich im östlichen Indonesien, in Australien und Tasmanien beheimatet. Einige Arten kommen aber auch natürlich in anderen tropischen und subtropischen Zonen unseres Planeten vor. Darüber hinaus wird er aufgrund seiner Schnellwüchsigkeit auch auf einigen Plantagen Südafrikas und Südeuropas angepflanzt, um dort für die Holzindustrie genutzt zu werden.

Honig tropftWeltweit ist der Eukalyptus der meistverbreitete Plantagenbaum und wird in der Industrie beispielsweise für Parkett, hochwertige Möbel, Boote und Sportgeräte verwendet. 

Das Öl, welches aus den Blättern gewonnen werden kann, findet meist Nutzen in der Medizin, zur Anwendung gegen Heiserkeit, Husten und Grippe, wird aber auch bei Muskel- und rheumatischen Beschwerden empfohlen (die verantwortlichen Wirkstoffe sind übrigens auch im Honig enthalten). In der Bienenpflege wird das Öl auch gegen Milbenbefall genutzt. Weiterhin verfügt es über antimikrobielle Eigenschaften, die beispielsweise gegen Kolibakterien und Staphylokokken wirksam sind, aber auch über fungizide Attribute, die wirksam sind gegen unter anderem Schwarzschimmel und Candida tropicalis, welcher für etwa 10 % der systemischen Pilzinfektionen verantwortlich ist.

Nun, da die Eukalyptusbäume gepflanzt sind und die ersten Blüten tragen, liegt es an den Bienen, ihren leckeren Honig daraus zu gewinnen, denn schließlich will der Wankende Bär ganz genau wissen, woher seine Zutaten kommen und diese nicht einfach bei einem Händler im Internet bestellen. In seinem neu angelegten Eukalyptuswald hat der Wankende Bär auch alsbald ein neues Lieblingsplätzchen gefunden, denn den betörenden Eukalyptusgeruch, die wundervollen Blüten und das Summen der Bienen empfindet er als sehr beruhigend. Darüber hinaus hat er so die Möglichkeit, den Bienen ein wenig bei der Arbeit zuzusehen und die Gedanken schweifen zu lassen.

Eukalyptusbaum in BlüteDen Ausgangsstoff für den Honig, beziehungsweise Nektar, stellen die Pflanzen unter Einwirkung der Sonne durch Photosynthese aus Kohlendioxid her, wodurch Zucker entstehen. Die Blüten locken die Tierchen durch den Geruch des Nektars an, welchen die Bienen mit Hilfe ihres Rüssels aufnehmen und in ihren Honigmagen (welcher bis zur Hälfte des Eigengewichts der Biene als Nektar beherbergen kann) einlagern. Bereits bei der Aufnahme des Nektars werden diesem Enzyme zugeführt, die die Aufspaltung der Saccharose in Fruchtzucker (Fruktose) und Glukose (Traubenzucker) in Gang setzt. Weiterhin zerlegt der Biokatalysator Amylase die langkettigen Kohlenhydrate in kurze Ketten. Ist die Honigblase voll oder die Biene erschöpft, kehren die Tierchen zurück in ihren Stock, wo der Blaseninhalt an die Stockbienen weitergegeben wird, welche diesen wiederum untereinander weitergeben. 

Hierbei werden dem Rohhonig abermals Enzyme zugeführt und der Wassergehalt wird durch mehrfaches Herauslassen und wieder Einsaugen reduziert. Bei einem ungefähren Wassergehalt zwischen 30 % und 40 %, breiten die Stockbienen den eingedickten Nektar in Wabenzellen aus, sodass eine größtmögliche Verdunstungsfläche geschaffen wird. Durch das Zufächeln von Luft mit Hilfe der Flügel wird der Verdunstungsvorgang zusätzlich beschleunigt. Wurde der Wasseranteil auf etwa 20 % reduziert, ist der Honig fertig und kann in Lagerzellen eingelagert werden, wo der Honig mit einem luftundurchlässigen Wachsdeckel überzogen wird. Den überschüssigen Honig, den die Tierchen selbst nicht brauchen, geben sie dann letzten Endes an den Wankenden Bären ab, der diesen dann wiederum freudig für seine Metwein-Produktion verwendet.

Nun, im Besitz seines Eukalyptusblütenhonigs, kann der Wankende Bär mit der Herstellung seines Honigweins beginnen. Hierfür vermischt er den Honig mit etwas Wasser und erwärmt dieses Gemenge auf 78° Celsius, um etwaige vorhandene Fremdhefen abzutöten. Dieses Gemisch füllt er im Anschluss mit kaltem Bergquellwasser auf. Dem Ansatz mengt er dann die Hefenährsalze bei, welche er vorab in warmem Wasser gelöst hat. Jetzt wartet er, bis die Temperatur der Flüssigkeit auf höchstens 25° Celsius heruntergekühlt ist und bereitet währenddessen die Reinzuchthefe vor. Hierfür löst er eine gewisse Menge Hefe in Metansatz und lässt diese für eine Weile quellen. Nun kann die Hefe dem eigentlichen Metansatz unter behutsamen Rühren beigemischt werden. Folgend wird der Gärbehälter verschlossen - allerdings nicht Luftdicht, sodass entstehende Gase entweichen können.

Anschließend lässt er den künftigen Honigwein für etwa drei Wochen ruhen. Um den Gärprozess in Gang zu halten, schwenkt der Bär die Flüssigkeit jedoch täglich. Ist die Gärung abgeschlossen, kann der Met abgezogen und in Glasflaschen abgefüllt werden. Das schmackhafte Met-Getränk kann alsbald vom Honigwein-Händler deines Vertrauens - dem Wankenden Bären - an die Menschen gebracht werden. Vom Wikinger bis zum Astronauten ist da ein jeder dabei! Lasset euch das vorzügliche Gebräu schmecken!

Gebt mir gleich aus diesem Fasse von dem honigsüßen Nasse. Hurtig! Einen Becher her!
Eugen Roth (1895 – 1976)