Leeret mit Andacht das Horn den Met, der den Göttern entstammt. Wer redet vorschnell im Zorn, der trinke bis Weisheit entflammt.
Spruch aus dem Norden (um 300 v. Chr.)

Holunderbeeren Met - Honigwein trifft auf herb-süßes Holunder Beerenwein Aroma

Holunderbeeren an BuschFür deinen Holunderbeeren-Met verwendet der Wankende Bär nur ausgewählte schwarze Holunderbeeren. Wusstest du, dass der Holunder eine Pflanzengattung in der Familie der Moschuskrautgewächse ist? Diese Gattung enthält weltweit etwas mehr als zwanzig Arten, von denen drei in Mitteleuropa heimisch sind. Am bekanntesten von diesen drei Arten ist der Schwarze Holunder, der im heutigen Sprachgebrauch meist verkürzt als „Holunder“, in Norddeutschland oft auch als „Fliederbeerbusch“, in der Pfalz, Altbayern und Österreich als „Holler“ oder in der Schweiz und im Schwäbischen als „Holder“ bezeichnet wird. Daneben gibt es den ebenfalls strauchförmigen roten Holunder und den staudenförmigen Zwerg-Holunder. Holunder-Arten sind größtenteils verholzende Pflanzen und wachsen als Halbsträucher, Sträucher oder kleine Bäume. Sie erreichen meist eine Wuchshöhe von 1 bis 15 Metern und sind oft sommergrün. 

Dein bäriger Met Händler hat sich vor dem Anpflanzen natürlich ausgiebig mit dem Holunder sowie seiner Geschichte beschäftigt. Tatsächlich ranken sich um den Holunderstrauch viele Legenden! Die Germanen glaubten, in ihm wohne die Schutzgöttin Holder. Die Gebrüder Grimm machten aus der Göttin Frau Holle. Ein Holunderbusch dürfe laut Sagen nie gefällt werden: Sonst drohe Unheil. Der Wankende Bär weiß auch, dass der Schwarze Holunder einer unserer am vielseitigsten verwendbaren Wildsträucher ist. In der Volksmedizin früherer Zeiten spielte er eine große Rolle, der Holunderstrauch am Haus ersetzte praktisch die Apotheke. Die Blüten wirken unter anderem schweißtreibend, die Früchte haben eine leicht abführende Wirkung. Früher pflanzte man Holunder auf jedem Bauernhof. Er galt als Baum des Lebens und der Sippen, ihm wurden magische, beschützende Kräfte für Menschen und Tiere zugesprochen. Ob man an solche Legenden nun glaubt oder nicht, fest steht: Der zu den Gänsefußgewächsen gehörende Holunder kann jedenfalls dazu beitragen, Zwei- und Vierbeiner zu ernähren und gesund zu halten. Schon die Menschen der Jungsteinzeit sollen Holunderbeeren als Nahrungs- und Heilmittel genutzt haben. 

Nahaufnahme von Biene an BlüteVor allem seine herb-aromatischen Früchte sind seit Urzeiten besonders beliebt, denn aus Holunderbeeren lässt sich ein leckerer Saft kochen. Die kleinen Beeren – die aus botanischer Sicht betrachtet kein Beerenobst, sondern als Steinobst bezeichnet werden – sind säurearm, dafür aber umso vitaminreicher, vor allem Vitamin C ist bestens vertreten. Der in Beerenhaut und Saft gleichermaßen vorhandene Farbstoff Sambucyanin gilt als Mittel zur Herz-Kreislauf-Stärkung und gegen Erkältungen. Deswegen eignen sich die Holunderbeeren auch spitzenmäßig für den Holunderbeeren-Met vom Wankenden Bär! Übrigens, schwarzer Holunder wird an einigen Orten angebaut, allerdings misst die Kulturfläche in ganz Deutschland nur wenige hundert Hektar.

Warum? Nun, für den Eigenbedarf gibt es ohnehin genügend wild wachsenden Holunder. Er fehlt in kaum einer Feldhecke und schmückt viele Waldränder. So auch die deines felligen Freundes, den Wankenden Bären. Als deine Bestellung bei ihm eintraf, machte er sich gleich auf den Weg dorthin. Du fragst dich bestimmt, warum er sie nicht schon vorher geerntet und eingelagert hat. Ganz einfach, die Beeren müssen sofort nach der Ernte weiterverarbeitet werden. Ernten sollte man den Holunder natürlich erst, wenn alle Beeren blauschwarz gefärbt sind. Diese Zeit beginnt im September und dauert rund einen Monat. Am Waldrand angekommen sammelt dein bäriger Kumpel schnell ein paar Beerensträucher ein und begibt sich sogleich zügig auf den Weg zu seinen Kollegen, den Bienen. 

Honig tropft auf WabeDort angekommen, wird er bereits von den fleißigen Helferlein erwartet. Diese sind zuvor umhergeflogen und haben aus den Blüten der Blumen zuckerhaltigen Nektar und Honigtau gesammelt. Sicher in ihrem Honigmagen verwahrt, flogen sie schnell zurück zu ihrem Bienenstock. Dort angekommen übergab das nun erschöpfte Bienchen, durch würgen den Nektar den Arbeiterbienen, die ihn wiederum weitergeben. Bei diesem Vorgang werden dem Nektar körpereigene Enzyme jeder einzelner beteiligten Biene beigemischt, welche den Honig später sehr wertvoll machen. Durch das ständige Weiterreichen wird dem Nektar auch Wasser entzogen, sodass er immer dickflüssiger wird. Dann wird der Honig in Waben gelagert und bei passenden Wassergehalt mit einer selbst hergestellten Wachsschicht verschlossen. Jetzt ist der Wankende Bär gefragt: Er muss den Honig vorsichtig herausschleudern und in ein passendes Gefäß gießen. Natürlich nimmt er nur so viel, dass die Bienchen noch genügend Vorräte für den Winter haben. Den Korb mit den Holunderbeeren in der einen und das Glas mit süßem Honig in der anderen Pranke, verabschiedete sich der Wankende Bär dankend von den Bienen und begab sich schnell zu seiner Hütte.

Dort angekommen, fängt er auch bereits mit der Weiterverarbeitung der Holunderbeeren an. Dafür streift der Wankende Bär die Beeren nach dem Waschen mit einer Gabel von den Zweigen. Er übergießt sie mit klaren Wasser, lässt sie etwas kochen, trennt die Masse von dem Saft, gibt dem Saft Zucker und Hefe hinzu und lässt ihn dann in einem warmen Raum stehen. Dein Met Händler wendet sich inzwischen dem Honigwein zu, dafür gibt er den warmen Honig mit klaren Wasser und etwas Hefe in eine Schüssel und rührt alles kräftig um bis eine konsistente Masse entsteht. Nun müssen beide Mischungen für einige Zeit gären. Ist der Gärprozess beendet, mischt der Wankende Bär beide Zutaten miteinander. Er rührt so lange, bis sich das goldgelb des Honigweins mit dem dunkelrot des Holunderbeerweins trifft. Danach füllt er das Gemisch vorsichtig in eine Flasche ab. Der Wankende Bär freut sich schon auf deinen Gesichtsausdruck, wenn du seinen Holunderbeer-Met endlich trinken kannst!

Die Asen zu bitten, mir einen Trunk zu schenken ihres süßen Mets.
Die Edda, Kapitel 72