Volle Hörner hoben sie des herrlichen Mets aus des guten Gottes Brunnen.
Die Edda, Kapitel 327

Johannisbeer Met - Honigwein trifft auf dunkelroten Johannisbeerwein

Johannisbeeren auf HolzuntergrundFür deinen Johannisbeermet hat sich der Wankende Bär entschieden einen bis zwei neue Johannisbeersträucher anzupflanzen. Aber Moment mal, welche Sorten soll er überhaupt anpflanzen? Rote, weiße und schwarze Johannisbeeren unterscheiden sich nämlich nicht nur optisch, sondern auch im Geschmack! Nach kurzen umherblättern in seinem Buch der Früchte und Beeren fand er seine benötigten Informationen. Bei der roten Johannisbeere überwiegt der säuerliche Geschmack, wohingegen die weißen Beeren eher süßlich sind. Die schwarzen Beeren weißen stattdessen zumeist einen herb aromatischen Geschmack auf. Der Bär musste lange überlegen welche Sorten am besten passen würden und entschied sich letztendlich für eine Kombination aus roten und schwarzen Johannisbeeren. Die Sträucher für die Johannisbeeren des Wankenden Bär Mets wurden vom Bären eigenhändig im Herbst an einem sonnigen und windgeschützten Ort gepflanzt. Natürlich hat er davor den nährstoffreichen Boden gut aufgelockert, damit die Sträucher auch gut wachsen können. Nach regelmäßigen gießen und durch die Hilfe eines Beerenobst-Düngers wuchsen die Beiden in eine stattliche Höhe empor. Und siehe da, Anfang Juni konnte er die ersten Johannisbeeren von seinen Sträuchern ernten. Er ließ jedoch noch ein paar hängen, damit sie weiter reifen können, da die Beeren nicht nachreifen, nachdem sie geerntet wurden. 

Biene an BlüteDie gesammelten Beeren werden nun eigenhändig – oder eher eigentatzig – vom Wankenden Bären gepresst und später dem Saft eine doppelte Menge Zuckersirup zugesetzt. Der Bär entscheidet sich diesmal keine Weinhefe dazuzugeben. Nachdem alles gut vermengt wurde, lässt er dem Gemisch seine Zeit zur Gärung. Warum heißt der Johannisbeerwein eigentlich Johannisbeerwein? Um eine Antwort zu seiner Frage zu finden und um etwas Zeit totzuschlagen, greift er sich wieder sein Buch der Früchte und Beeren. Hierin besteht beschrieben, dass der Johannisbeerwein in Österreich und der Slowakei gar nicht Johannisbeerwein, sondern Ribiselwein genannt wird. Da die österreichische Bezeichnung für Johannisbeeren Ribisel ist. Ebenfalls steht beschrieben, dass der Johannisbeerwein ein sehr fruchtiger Obstwein ist. Eine große Besonderheit des Getränkes ist es, dass durch den Zusatz des Zuckers der tatsächliche Alkoholgehalt viel höher liegt als von den meisten Genießern wahrgenommen. Somit liegt die Gefahr einer ungewollten Berauschung bei dem Trunk höher als bei anderen alkoholischen Getränken. Nachdem er durch die kleine Lektüre alle seine zurzeitigen Fragen beantworten konnte, macht er sich auf den Honig zu holen. 

Dafür stattet er seinen Freunden den Bienen einen kurzen Besuch ab. Diese sind zuvor von Blume zu Blume geflogen und haben mit ihren Rüsseln den zuckerhaltigen Blütennektar eingesammelt. Damit sie ihn sicher zu ihrem Bienenstock fliegen können schlucken sie den Nektar, so dass er in ihre sogenannte Honigblase gelangt. Dort wird dieser mit Stoffen vermischt, die auf den Zucker wirken. Gesund und munter sowie mit voller Blase im Stock angekommen gibt die erschöpfte Biene den Nektar an eine Arbeiterbiene im Stock weiter, die ihn wiederum an jemanden anderes weitergibt. So geht das noch ein paar Mal weiter. Bei diesem ständigen Weiterreichen wird dem Nektar ebenfalls immer etwas Wasser entzogen, damit er bereits bei dieser Prozedur etwas dickflüssiger wird. Später wird er in eine der vielen Wabe abgelegt und ruhen gelassen, damit auch der letzte Tropfen an Wasser verdunsten kann. Ist dies Geschehen schließt eine fleißige Biene die Wabe mit Bienenwachs. Nun muss der Wankende Bär nur noch den Honig vorsichtig aus den Waben schleudern und ihn in ein passendes Gefäß umfüllen. Er bedankte sich vielmals bei seinen hart arbeitenden Freunden und machte sich auf den Weg zurück nach Hause und in seine Braustätte. 

Honig mit Honigwabe und Glas angerichtetDort angekommen macht er alles bereit, um den Honigwein herzustellen. Dieser wird aus den von den Bienen gesammelten Honig, klaren Wasser aus seiner Quelle im Garten und frischer Hefe hergestellt. Nachdem der Wankende Bär alles gut miteinander vermengt hat, heißt es wieder warten, da der Honigwein ein paar Wochen gären muss. Damit die Zeit schneller verfliegt geht der Bär wieder zu seinem Bücherregal und nimmt diesmal das Buch zur Honigweinherstellung heraus. Honigwein wird, wie allseits bekannt, auch „Met“ oder im englischen „Mead“ genannt. Das deutsche Wort hat seine Wurzeln im indogermanischen Wortstamm *medhu-. Dieser wurde zumeist verwendet, um den Honig zu bezeichnen. Während dem Gärprozess verwandelt sich der Zucker im Honig zu Alkohol um. Die Temperatur sollte in dem Raum nicht unter 15°C fallen, da die Hefe sonst ihre Arbeit einstellt. Durch den hohen Zuckergehalt vergärt das Honiggemisch meist nur sehr langsam. Deswegen sollte in dem Zeitraum häufiger mal danach geschaut werden. Früher wurde tatsächlich auch nichts weiter zum Met hinzugefügt, sondern nur mit diesen drei Zutaten gespielt. Gespannt schließt der Wankender Bär das Buch wieder und begibt sich zu seinem Bett, um ein kleines Nickerchen zu machen. 

Als er erwachte lief er direkt zu dem Honiggemisch. Dieser war in der Zwischenzeit zu Honigwein herangereift. Er schnappte sich den Johannisbeerwein und mischte beides in einem großen Topf miteinander. Solange bis 60% Honigwein auf 40% Johannisbeerwein trifft und in der Mixtur vorhanden ist. Nach ein paar Runden des großen Holzlöffels im Topf probierte der Wankende Bär einen kleinen Schluck. Es war der perfekter Met-Geschmack abgerundet mit dem herrlichen fruchtigen Aroma des Johannisberwein. So wird diese Geschmacksvollendung bestimmt von allen, die neben gutem Honig auch den erfrischenden Johannisbeergeschmack lieben, gemocht und gekauft. Freudig tanzend hofft der Wankende Bär, dass dies dein neuer Lieblingsmet wird!

 

Gebt mir gleich aus diesem Fasse von dem honigsüßen Nasse. Hurtig! Einen Becher her!
Eugen Roth (1895 – 1976)